alfa Media Customer Day 2015 unter dem Motto: „The World of Content“ setzt starke Impulse

Die Welt verändert sich in einem rasanten Tempo und damit auch das Verhalten der Leser in Bezug auf Informationsinteresse, Medienkonsum, und Erreichbarkeit. Die Medienbranche spürt dies in besonderer Weise. Die richtige Vermarktung von „Content“ kann dabei heute der Schlüssel zum Erfolg sein, gerade wenn es um die Kommunikation zwischen Verlag, Leser und Werbetreibenden geht. Einfach, mobil und messbar muss sie sein. Das bedeutet Inhalte, Produkte und Dienstleistungen flexibel anpassbar und schnell für den Markt zugänglich machen zu können. 

Anregungen zu diesem und anderen Themen hat alfa Media auf dem diesjährigen Kundentag am 10. Juni in Frankfurt am Main beleuchtet und Anwendungen vorgestellt, die nicht nur den Anforderungen des momentanen Marktes entsprechen, sondern auch zukunftsfähige, nachhaltige und effiziente Wegbegleiter für künftige Anforderungen sind.

Der alfa Media Kundentag entwickelt sich dabei immer stärker als Informationsquelle zu einem gut besuchten Branchentreff. In diesem Jahr stand die Veranstaltung unter dem Motto: „The World of Content“. Als Veranstaltungsort wurde dafür eine Eventlocation mit sportlichem Flair gewählt. Die Gäste fühlten sich im Lindner Hotel & Sports Academy im Frankfurter Stadtwald, direkt beim deutschen Turner-Bund und in unmittelbarer Nähe der Commerzbank-Arena sichtlich wohl. „Der ideale Rahmen für unsere aktiven Kunden“, so Alis Simpson von alfa Media. 

Traditionell traf man sich bereits am Vorabend um eine gemeinsame „Reise“ anzutreten. Und diesmal sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Besucht wurde eines der technologisch faszinierendsten Unternehmen in Deutschland wenn nicht sogar auf der ganzen Welt – der Airport Frankfurt. Ein deutsches Unternehmen mit internationalen Verbindungen – „eine gute Analogie zu alfa Media wie wir finden“, so Rainer Lang. Technologiebegeisterte kamen jedenfalls voll auf ihre Kosten und die Menge an übermittelten Informationen und Superlativen beherrschte den Vorabend noch in einer sehr angenehmen Atmosphäre.

Begrüßt und eröffnet wurde die Veranstaltung am nächsten Morgen durch Jens Emmerich, dem Geschäftsführer von alfa Media. Er berichtete in einleitenden Worten von aktuell laufenden alfa Projekte und spürbaren Markttrends. Er gab einen Einblick über die positive Entwicklung der alfa Konzepte die auch im Ausland immer mehr Interesse finden. Nicht ohne Grund war dieses Jahr auch ein Redner aus Irland zu Gast der über die Effizienzsteigerungen in einem gemeinsamen Projekt berichtete. Nicht unerwähnt blieb, dass sich neben dem bereits bekannten Projekt im kanadischen Montreal bei LaPresse+ nun auch der Toronto Star für das gleiche digitale Konzept entschieden habe, in dem alfa Media Entwicklungspartner ist. Jens Emmerich berichtete über dieses Projekt und benannte zwei Gründe die als Erfolgsfaktoren eindeutig zu sehen sind: Hochwertige Technologie, sowie die Bereitschaft auch eingreifende organisatorische Veränderungen vornehmen zu wollen.

Als Keynote-Speaker folgte Dr. Holger Schmidt, „Chefkorrespondent mit Schwerpunkt Internet” für das Magazin FOCUS,  mit seinem erstklassigen Vortrag  „Die Techs mit ihren eigenen Waffen schlagen – wie Medienunternehmen jetzt handeln müssen! Und was die Medien von den Tech-Firmen lernen können.

Mark Zuckerberg wusste schon 2013, wohin die Reise für Facebook geht. Damals kündigte er an, Facebook zur „besten personalisierten Zeitung der Welt“ zu machen. Ihm war klar: Die Menschen kommunizieren künftig mehr per Messenger wie WhatsApp. Um Facebook relevant zu halten, musste er das soziale Netzwerk zu einer Informationsplattform umbauen, das persönliche Informationen der Freunde und klassische Nachrichten der Medien im Newsfeed vereint. Mit Erfolg. Weil inzwischen nahezu alle Medien ihre Nachrichten dort einspeisen, ist das Netz die wichtigste Informations-quelle der Millennials, also der Menschen, die zwischen 1980 und 2000 geboren wurden und als erste Generation mit dem Internet aufgewachsen sind. In einer Umfrage gaben 64 Prozent der jungen Menschen in Deutschland an, am Vortag Nachrichten bei Facebook gelesen zu haben. Doch Facebook will mehr. „Instant Articles“ heißt die neue Initiative, die nicht nur die Überschriften der Nachrichten zeigt, sondern gleich den ganzen Artikel. Die Leser müssen die Facebook-App auf Smartphones also gar nicht mehr verlassen, um die Artikel zu lesen. Die Medien erhalten dafür einen Anteil an den Werbeeinnahmen, die Facebook dort erzielt. 70 Prozent gehen an die Medien, wenn Facebook die Werbung verkauft. Sogar 100 Prozent bleiben in der Einführungsphase dort, wenn die Medien die Anzeigen in Eigenregie verkaufen. In Deutschland sind Spiegel Online und Bild.de von Anfang an mit dabei; weitere Medien werden folgen.

Facebook hat sich somit erfolgreich als wichtigste Plattform für Medien etabliert, ohne auch nur einen einzigen Journalisten zu beschäftigen. Wegen seiner Marktmacht kommen die Medien nicht darum herum, ihre Leser auf dieser Plattform zu erreichen. Werden nämlich auch die Tochterfirmen WhatsApp und Instagram mitgezählt, entfällt weit mehr als die Hälfte der Smartphone-Zeit junger Menschen auf den Zuckerberg-Konzern. Entsprechend groß ist der Erfolg am Online-Werbemarkt. Mit „Native Advertising“ hat Facebook eine Werbeform erfolgreich etabliert, die Verlagen in dieser Intensität verschlossen bleibt, da sonst ihr Ruf leidet. „Instant Articles“ sind somit eine Möglichkeit für die Medien, am Boom der nativen Werbung zu partizipieren, ohne ihren Ruf durch die Auflösung der Grenzen zwischen redaktionellen Inhalten und Werbung zu riskieren.

Die Präsenz auf den Plattformen darf aber nicht in zu großer Abhängigkeit münden. Denn im Internet gilt der Grundsatz, dass die Plattform immer gewinnt. Daher sollten Medien ihre eigenen Kanäle zu den Lesern aufbauen und pflegen. Wegen des Preisverfalls auf den Online-Werbemärkten und der scharfen Konkurrenz ist zumindest eine Hybrid-Strategie aus Digital-Abonnements und Werbevermarktung sinnvoll. Eine Paywall sollte aber am Nutzer orientiert sein, wie es die Tech-Konzerne vormachen: So einfach und fair wie möglich. Eine Entbündelung der Inhalte sollte ermöglichen, dass die Leser nur für die Inhalte zahlen, die sie wirklich möchten. Ein Einzelabruf ohne Abo-Zwang, wie sie zum Beispiel das niederländische Unternehmen Blendle anbietet, könnte ein Weg sein, neue zahlende Leser zu gewinnen, die kein komplettes Digital-Abonnement abschließen möchten. Die Blendle-Leser in den Niederlanden sind überwiegend unter 35 Jahre und haben sonst kein Digital-Abo. Dort gibt es auch eine Geld-zurück-Garantie, die von den Nutzern heute erwartet wird.

Daneben bieten sich technische Möglichkeiten wie Notifications im Web und der App an, um die Leser zurückzuholen. Per Newsletter zu bestimmten Themen können Leser enger an die Medienmarke gebunden werden. Und Innovationen wie Periscope können eingesetzt werden, um eine Live-Berichterstattung zu ermöglichen. Ebenfalls von den Tech-Firmen abgeschaut sind die intensiven Nutzung der Daten, um hochwertige Werbeumfelder zu schaffen. Auch der „Roboter-Journalismus“ funktioniert inzwischen so gut, dass zum Beispiel eine flächendeckende Sportberichterstattung in einer Region mit Hilfe dieser Software ein Alleinstellungsmerkmal für das Medium wäre.

Der Journalist Frank Puscher führte danach weiter durch die Veranstaltung und provozierte mit seinem Vortrag „Von der Customer zur Reader Journey – Wie der Journalismus digitales Denken lernt, über den er sagt, er kritisiert, rüttelt wach, verlangt einschneidende Veränderungen und macht Hoffnung. Seit über 20 Jahren arbeitet Frank Puscher als freiberuflicher Journalist, Berater und Trainer in den Themengebieten E-Commerce und OnlineMarketing. Er berät Führungskräfte und unterstützt sie bei der regelmäßigen, persönlichen Stärkung ihrer Onlinekompetenz. Puscher begann seinen beruflichen Werdegang als Redakteur und Ressortleiter bei unterschiedlichen Verlagen und Medienhäusern wie Burda und ProSieben. Seit 2000 arbeitet Puscher als Veranstaltungsmoderator im digitalen Umfeld und hält in ganz Europa Vorträge. Aufgrund seines journalistischen Hintergrunds sind die Vorträge neutral und werbefrei, die Moderationen kritisch und unterhaltsam. Puscher hat sieben Bücher über Webdesign, Kreativität und Usability geschrieben. In seinem Vortrag berichtete Frank Puscher wie wichtig es ist Vertrauen zu seiner Leserschaft aufzubauen und zu versuchen den Leser bereits in seiner Grundmotivationslage abzuholen.

In dem Vortag von Erik Rieger, der den Fachbereich „IT“ bei alfa Media verantwortet, ging es um Praxisbeispiele, wie selbstverständlich heute einzelne Module oder aber auch ganze Verlagssysteme als Hostingkonzept betrieben werden können. Die Vorteile können sein:

  • Reduzierung der Investitionen in neue Hard- und Software
  • Umwandlung von fixen Investitionen in variablen Kosten
  • Beschleunigung der Implementierung von neuen Geschäftsmodellen und –prozessen
  • Dienste können nach Bedarf eingekauft werden
  • Infrastruktur und Datensicherheit bieten immer den aktuellen Stand der Technik
  • Nutzung von stets aktueller Software

alfa Media bietet zu jeder Anforderung drei praxisnahe Konzepte die auf die jeweiligen Anforderungen optimiert eingesetzt werden können. alfa FlexCloud, alfa OpenMediaCloud und alfa Private Cloud.

Ein weiterer Vortrag  beschäftigte sich mit dem spannenden Thema „Native Advertising und hatte den Titel „Content is King, Distribution is Queen – Neue Wege der Contentverbreitung mit Native Advertising“ und wurde von Thomas Vogt, Director Publisher Cooperations bei Seeding Alliance vorgetragen. 

Native Advertising ist eine Form der Internetwerbung, bei der versucht wird, die Aufmerksamkeit der Internetnutzer durch ein Angebot von Inhalten zu erlangen. Die Inhalte ähneln stark dem Angebot, das den Internetnutzern bereits bekannt ist; es wird so platziert, dass es primär nicht als Werbung wahrgenommen wird. Die Absicht der Werbenden ist es, die bezahlte Werbung so zu gestalten, dass diese weniger aufdringlich wirkt und doch die Aufmerksamkeit der Nutzer auf sich zieht. Warum also Native Advertising?

Native Ads generieren Brand Awareness sehr viel besser als traditionelle Werbeformate. Sie bestehen aus zwei Elementen, einem Teaser und dem Content. Native Ads werden häufiger geteilt und am wichtigsten: Sie respektieren und verbessern die User Experience der Seite, auf der sie erscheinen. Share Rates in den sozialen Netzwerken sind dabei ein Indikator für die Qualität der Werbung und die Akzeptanz beim Nutzer.

Zusätzlich gilt auch die Verweildauer auf einem Brand Content als Qualitätsfaktor. Das Fazit von Thomas Vogt: Native Advertising wird die Werbewirtschaft nachhaltig verändern.

Allan Prosser, seit 2004 redaktioneller Berater bei Irish Examiner Publications Ltd, präsentierte einen eindrucksvollen Praxisbericht über die Entwicklungen des Irish Examinier und über die Einführung des Redaktions-Management-Tools alfa Agenda als zentrales Planungswerkzeug. Der Irish Examiner ist eine Tageszeitung, die in Cork und Munster vertrieben wird. In den Jahren 1990 -2005 konnte das  Verlagsgeschäft in den Bereichen Zeitungsverkauf und Anzeigengeschäft sogar noch deutlich ausgebaut werden. Während dieser Zeit wurde es aber versäumt in neue Systeme zu investieren und ältere, die ihr Lebensende bereits erreicht hatten, auszutauschen. Zudem kam dann noch die Bankenkrise dazu und der Umsatz in fiel ins Bodenlose und das sogar sehr schnell. Als Konsequenz mussten wichtige Unternehmensumstrukturierungen vorgenommen werden. Der Druckstandort wurde verlagert und ein Sozialplan für die Mitarbeiter erstellt. Nun war der Zeitpunkt gekommen, um über die Einführung neuer Abläufen und der eines integrierten cloudbasierten Content Managment Systems, sowie der Schaffung einer zentralen Einheit für die Seitenproduktion, nachzudenken. Heute wird mit alfa Agenda ein verschlankter Prozess betrieben und mittels alfa Agenda können Aufgaben an Mitarbeiter oder freiberufliche Mitarbeiter vergeben werden. Vorlagen können mit Vorgaben was Zeichen,- Zeilen und Abgabefristen betrifft, versehen werden. Redakteure, Freelancer oder Fotografen können über E-Mail, SMS oder über eine interne Mitteilung aus dem System Nachrichten und Anweisungen erhalten. Die „Contentlieferanten“ können dann die Aufgaben mit MediaSuite oder in der tabletvariante MediaSuite Touch erledigen. Dabei werden Artikel und Bilder gleich den richten Themen zugeordnet. Kosten für Ausgaben, die erst in der Zukunft liegen, können bereits vorab ermittelt werden. Ein notwendiger Schritt der schließlich die notwendige Transparenz in der Produktion und den Kosten gebracht hat. Alle Verlagsabläufe beim Irish Examiner werden mit alfa Media Software aus der Cloud betrieben.

Im alfa Blog wurden Neurungen in den Produkten vorgestellt. Im Zusammenspiel mit alfa MediaSuite, dem Cross-Channel für die Redaktion, und alfa News+, der dynamischen App, kann nun auch eine Apple Watch bespielt werden. Das Ergebnis ist beeindruckend und zeigt wie leicht sich neue „Devices“ in die alfa Welt integrieren lassen.

Der alfa Stylo wurde vorgestellt, mit der Möglichkeit auch interaktive Anzeigenformate erstellen zu können.  Über die Visualisierung statischer Elemente der Anzeige stehen im digitalen Format nun auch diverse Interaktionen und Effekte zur Verfügung, um dem Medium gerecht zu werden und innovative Ideen umsetzen zu können. Für reges Interesse sorgte die Bekanntmachung nun auch ein umfangreiches Schriftenpaket bei alfa Media erwerben zu können. Ein Bereich der derzeit vermehrt nachgefragt wird.

Wir bedanken uns bei allen Gästen und Besuchern für Ihr reges Interesse und die gemeinsame Zeit.